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Unter dem Begriff
"Soundprocessing" versteht man die gezielte
Dynamikbearbeitung eines oder mehrerer Frequenzbänder.
Ziel des Soundprocessings beim Rundfunk ist die
gleichbleibende Lautstärke eines Audiosignals, sowohl
bei Sprache als auch bei Musik, und die gleichzeitige
Limitierung eines Signals vor dem Audioeingang des
Senders, damit keine Pegelüberschreitungen gemäß den
gesetzlichen Bestimmungen auftreten.
Soundprocessing kann den Klang eines Senders deutlich
verbessern oder - schlecht eingestellt - auch ziemlich
verschlechtern. Beim Soundprocessing im Rundfunk wird
die Dynamik eines Signals, also der Unterschied zwischem
dem leisesten und lautesten Ton, komprimiert
(zusammengepresst). Das Ergebnis ist ein eingeschränkter
Dynamikbereich und ein daraus resultierendes subjektives
lauteres Hörempfinden bei gleichem Maximalpegel.
Durch Beeinflussung mehrer Faktoren in der
Dynamikkompression, z.B. bei Attack- und Releasezeiten,
kann so ein Musiksignal "dichter" und "fetter" klingen,
ohne den erlaubten Maximalpegel zu überschreiten. Die
Rede ist hier von Limiting/Clipping.
Typische Geräte, die beim Soundprocessing zum Einsatz
kommen, werden z.B. von Orban (Optimod) oder Omnia
hergestellt. Bei uns kommt der "Optimod TV 8282" der
Firma Orban in Kombination mit dem Stereo Vitalizer MK2
von SPL zum Einsatz.
Wie
kommt kick!fm eigentlich ins Radio?
kick!fm sendet im
gleichen Frequenzbereich wie alle anderen Sender - im
sogenannten VHF-Band II (87,5 - 108,0 MHz) - kurz: UKW.
Bevor der Sound aus deinem Radio kommt, muss das Signal
erst einmal aufmoduliert werden. Diese Aufgabe übernimmt
der Modulator im Sender sowie zusätzliche Geräte zur
Erzeugung des eigentlichen Multiplex-Nutzsignals (MPX),
z.B. der Stereo- und RDS-Coder. Dieses "fertige"
MPX-Signal wird zum Sender geführt, auf die
Sendefrequenz aufmoduliert und über die Antennenanlage
abgestrahlt. Dein Radio empfängt dieses Signal und
demoduliert es wieder, damit es über die Lautsprecher
oder über den Kopfhörer ausgegeben werden kann.
Sendeleistung & Co
Der Sender, die das Programm von kick!fm
ausstrahlen, verfügen über die unverschiedlichsten
Sendeleistungen. In der Regel werden Richtantennen für
die Abstrahlung verwendet, damit ein bestimmtes Gebiet
versorgt und das Signal nicht an ungewünschten Stellen,
z.B. in den Boden oder Richtung Horizont, abgestrahlt
wird.
Um Störungen auf den Nachbarfrequenzen oder auf anderen
Frequenzen zu vermeiden, besitzen die Sender, die
kick!fm ausstrahlen, einen sogenannten Lowpass-Filter.
Jeder Sender strahlt sein Signal nicht nur auf der
eigentlichen Frequenz ab, sondern erzeugt dieses Signal
auch noch mehrfach auf jeweils der hinzuaddierten
eigentlichen Frequenz (bei z.B. 100 MHz also auch auf
200 MHz, 300 MHz usw.), jedoch mit zunehmend
verminderter Leistung. Dieses Phänomen nennt man
"Oberwellen". Der Lowpassfilter unterdrückt diese
ungewollten Aussendungen, um Störungen in unmittelbarer
Nähe der Sendeantenne zu vermeiden.
Die verwendeten Sender stammen von rennomierten
Herstellern wie RVR, Suono Telecom etc., besitzen stets
eine Konformitäts-Bescheinigung und wurden vor dem
Betrieb an einem Spectrum-Analyzer auf die erforderliche
Reduzierung der erzeugten Ober- und Nebenwellen
überprüft.
Überreichweiten
Jeder UKW-Sender hat ein bestimmtes
Versorgungsgebiet. Trotzdem kann es bei bestimmten
Bedingungen (meistens im Sommer und Nachts) zu
Überreichweiten des Senders kommen. kick!fm ist dann,
meist nur kurzzeitig, auch weiter zu empfangen als
vorgesehen. Schuld an diesem Phänomen ist in den meisten
Fällen die in ca. 10 km Höhe befindliche Troposphäre,
die das UKW-Signal reflektiert und an einem anderen Ort
wieder zurückwirft.
RDS - Radio Data System
Das Radio Data System - kurz: RDS - übermittelt
Zusatzinformationen in Textform parallel zum
ausgestrahlten Audiosignal. Fast alle modernen
Radioempfänger, z.B. im Auto, aber auch viele
Handy-Radioempfänger sind inzwischen mit der
RDS-Funktion ausgestattet. Besitzt dein Radio die
RDS-Funktion und ist der Empfang ausreichend, erscheint
auf dem Display der Name "KICK FM". Unterstützt dein
Radio auch die RDS-Text-Funktion, wird zusätzlich auch
der aktuell gespielte Titel und Interpret angezeigt -
ein Service von kick!fm. Somit weisst du immer, welcher
Titel gerade läuft, falls du gerade nicht im Internet
nachsehen kannst.
Antennenausrichtung: Horizontal
oder vertikal?
Den optimalen Empfang von kick!fm erreichst du mit
horizontaler Ausrichtung deiner Empfangsantenne - also
gerade/waagerecht. Fast alle Rundfunksender in
Deutschland strahlen ihr Signal horizontal ab. Dabei hat
horizontale Polarisierung nicht nur Vorteile. Vor allem
im mobilen Betrieb, bei dem die Empfangsantennen meist
vertikal ausgerichtet sind, ist eine vertikale
Abstrahlung sinnvoller. Die meisten Länder in Europa
strahlen ihre Signale vertikal ab. Jedoch sind auch
viele Gegenstände zwischen Sender und Antenne, z.B.
Straßenlaternen, Hindernisse für die optimale
Abstrahlung bei vertikaler Ausrichtung. Da die
kick!fm-Sendeantennen nicht in Höhe von Fernmeldetürmen
und größeren Sendemasten installiert sind, haben wir uns
nach mehreren intensiven Testfahrten für die horizontale
Abstrahlung entschieden.
Hinweis: Je nach
Partnerstation kann die Antennenausrichtung variieren.
Hier hilft nur Ausprobieren!
Der Hub: Warum kick!fm lauter
klingt als z.B. die ÖR-Programme
Vielleicht hast du es schon bemerkt - kick!fm klingt
viel lauter als vergleichbare Programme von
öffentlich-rechtlichen Anstalten oder die privaten
Lokalsender. Grund hierfür ist nicht nur das stärkere
Soundprocessing, sondern auch die durchschnittliche
MPX-Power. In Deutschland ist ein Frequenzhub von
maximal 75 kHz erlaubt. Dieser wird auch von kick!fm
eingehalten. Jedoch ist in Deutschland eine
durchschnittliche Modulationsleistung von 0 dBr
zulässig. Das Programm von kick!fm wird in der Regel
(abhängig vom Senderstandort und von den
Partner-Stationen) mit +2dBr gefahren. Zeitintensive
Messungen des MPX-Signals und des zulässigen
Frequenzhubs von maximal 75 kHz haben keine
Überschreitung des Frequenzhubs und keine Störungen auf
Nachbarkanäle ergeben.
Alles
automatisch und digital
Bei kick!fm läuft
alles digital. Bei unmoderierten Sendungen übernimmt
unsere Sendeautomatisierung das Einspielen von Musik,
Jingles und Nachrichten. Am Tag hörst du stündlich die
kick!fm News, die dich über die aktuellen Ereignisse in
Deutschland und der Welt informieren. Als Software kommt
"mAirList"
zum Einsatz.
Sendeautomatisierung bei
bestimmten Shows
Bei Shows mit besonderem Inhalt, z.B. bei kick!fm
Beatz, sorgt die Sendeautomatisierung dafür, dass im
Vorfeld ausgesuchte Musikstücke pünktlich zur
vorgesehenen Sendezeit abgespielt werden.
Das
wichtigste Gerät im Studio: Das Mischpult
Am Mischpult
laufen alle wichtigen Leitungen zusammen, die für eine
Livesendung benötigt werden. So können 5 Jingles/Tracks
gleichzeitig und unabhängig voneinander abgespielt und
direkt vom Mischpult gestartet und/oder gestoppt werden.
Zusätzlich bietet Platz für 2 Studiomikrofone bei
Doppelmoderationen, Anschluss für ein Telefonhybrid bei
Call Ins, sowie Anschlussmöglichkeiten für 5 weitere
Mikrofone z.B. für Studiogäste.
Compressor, Limiter und
Equalizer für die Studiomikrofone
Um der Stimme im Studio den nötigen Druck zu
verleihen, nehmen sämtliche Mikrofone unabhängig
voneinander zuerst den Weg über einen Equalizer, der die
oberen Frequenzbereiche zwischen 14 und 15 kHz anhebt.
Anschließend geht das Signal durch einen Compressor mit
Limiterschaltung, damit das Signal bei lauteren
Moderationen nicht übersteuert klingt, bevor es
letztendlich auf den entsprechenden Kanälen am Mischpult
landet. Am Moderatorenplatz kommt das Modell SM7B von
Shure zum Einsatz, die Mikrofone für Gäste variieren.
Studio- und On-Air-Processing
Das Summensignal vom Mischpult wird 2-fach
abgegriffen. Für das sogenannte "On Air Monitoring" wird
das Signal durch einen Multiband-Compressor bearbeitet
und landet auf dem Kopfhörerverstärker, an dem die
Studiokopfhörer angeschlossen sind. Dieses Processing
ist nicht identisch mit dem eigentlichen
On-Air-Processing und hat auch keinen Einfluss auf das
Klangbild. Es dient lediglich dem Monitoring im Studio.
Der zweite Signalweg nimmt den Weg in den von der Firma
Orban hergestellten Soundprozessor Optimod 8200 FM.
Dieser Soundprozessor sorgt für gleichbleibende
Lautstärke und druckvollen Sound. Über die
Digital-Outputs des Optimod 8200 FM geht das Signal
verlustfrei in einen PC mit Digital-Audiointerface, der
das Signal ohne Verluste mit Hilfe des verlustfreien
Audiocodes FLAC (verpackt in einen OGG-Container) an den
Senderstandort überträgt. Die Bruttodatenrate liegt bei
ca. 870 kBit/s. Als Übertragungsweg wird das Internet
mit jeweils einer Backup-Leitung als Redundanz
eingesetzt. Die Latenz liegt mit 0,7 Sekunden im
Mittelmaß. Der Einsatz von FLAC hat den Vorteil, dass
das Signal verlustfrei übertragen wird und die vom
Soundprozessor erzeugte saubere Hüllkurve nicht durch
das sonst übliche MPEG-Kompressionsverfahren verändert
wird - es entfällt der Einsatz eines zusätzlichen
Overshoot-Compensators, der sonst am Senderstandort vor
den Stereo-Coder geschaltet werden müsste, um
Pegelspitzen ("Peaks"), bedingt durch die
MPEG-Kodierung, zu verhindern - schließlich soll ja ein
sauberes Signal auf die Antenne. Der Sender verfügt
zudem über einen MPX-Clipper, der eine Überschreitung
des maximal zulässigen Frequenzhubs von 75 kHz
verhindert.
Audio-Interfaces in den
einzelnen Computern
Der PC, der das Realtime-FLAC-Encoding zum
Senderstandort vornimmt, verfügt über ein Audiointerface
der Firma M-Audio, Modell "Delta Audiophile 2496".
Dieses Autointerface besitzt einen sehr hohen
Dynamikumfang und einen Rauschabstand von 104 dB. Im
Rechner, auf dem die Sendesoftware mAirList installiert
ist, arbeitet ebenfalls ein Audiointerface von M-Audio,
Modell "Delta 1010 LT". Aus diesem Interface gelangen
die Musikstücke, Jingles und Beiträge auf das Mischpult.
Was sind Jingles?
Jingles sind
Hauptbestandteil eines Radioprogramms. So werden in den
kick!fm-Jingles der Name gesungen oder durch einen
Sprecher verkörpert. Jingles können neben der
Identifizierung eines Senders aber auch viele andere
Zwecke erfüllen, z.B. Promos für Shows, Hookpromos als
musikalische "Visitenkarte" des gespielten Musikformats
usw.
Die Produktion
kick!fm übernimmt die Produktion der Jingles
größtenteils selbst. Einzig die gesungenden Elemente
wurden in den USA in Auftrag gegeben und können in
unsere Produktionen nach Belieben verwendet werden.
Livestream im Internet
Du kannst kick!fm
rund um die Uhr weltweit über das Internet hören. Es
stehen 3 verschiedene Livestream-Formate zur Verfügung:
-
MP3 192 kBit/s (höchste
Qualität)
-
MP3 128 kBit/s
(ausreichende Qualität)
-
AAC+ 48 kBit/s (z.B.
für Smartphones in schlecht versorgten Gebieten; siehe
Empfang)
Voraussetzungen für den Empfang übers Internet
Zum Empfang des kick!fm-Programms über das Internet
benötigst du mindestens einen ISDN-Zuzgang zum Internet,
um den 48 kBit/s-Stream im AAC+-Format empfangen zu
können. Gehst du über DSL oder Kabel "ins Netz", stehen
dir auch Varianten in 128 kBit/s und 192 kBit/s zur
Verfügung - letztere Variante bietet die beste Qualität.
Software zum Abspielen
Nahezu jeder aktuelle Player kann MP3- und
AAC+-Streams wiedergeben, z.B.
Winamp oder der
VLC Mediaplayer.